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Hans Koller

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MdB Hans Koller im Gespräch mit dem Passauer Pflegedienst Anima

Passau. Wie wirken sich die geplanten Änderungen des Pflege-Neuordnungsgesetzes (PNGO) auf ambulante Pflegedienste und die Tagespflege aus? Über diese und weitere Fragen hat sich der Bundestagsabgeordnete Hans Koller bei einem Gespräch mit dem Passauer Pflegedienst Anima informiert. Dabei tauschte er sich mit Inhaber Manuel Geiger und Pflegedienstleiterin Helga Stadler über die aktuellen Herausforderungen und die möglichen Folgen der geplanten gesetzlichen Neuregelungen aus.

„Mir ist es ein großes Anliegen, vor Ort zuzuhören und die Erfahrungen derjenigen aufzunehmen, die täglich in der Pflege Verantwortung tragen. Auch wenn ich selbst kein pflegepolitischer Fachpolitiker bin, ist es wichtig, die praktischen Auswirkungen politischer Entscheidungen zu verstehen und die Anliegen der Betroffenen ernst zu nehmen“, betonte Koller.

Manuel Geiger schilderte insbesondere die wirtschaftlichen Herausforderungen für den Pflegedienst. So bezahle Anima seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter tariflich, während die Refinanzierung der Tarifsteigerungen durch die Pflegekassen nicht ausreichen gewährleistet ist. Insgesamt trägt der Pflegedienst Verantwortung für rund 50 Beschäftigte. Neben der ambulanten Pflege betreibt Anima auch eine Tagespflegeeinrichtung.

Besonders kritisch sieht Geiger die geplanten Änderungen im Rahmen des Pflege-Neuordnungsgesetzes. Die geplante Neuregelung des § 45b SGB XI schränkt die bisherigen Wahlmöglichkeiten der Pflegebedürftigen deutlich ein. Der bisher frei einsetzbare Entlastungsbetrag von bis zu 131 Euro monatlich kann künftig weder für Leistungen der Tagespflege noch für Betreuungs- und Entlastungsangebote des bereits versorgenden zugelassenen ambulanten Pflegedienstes genutzt werden. Dies hätte unmittelbare Auswirkungen auf die Einrichtungen, aber auch auf die Menschen, die auf dieses Angebot angewiesen sind.

Pflegedienstleiterin Helga Stadler unterstrich dabei vor allem die soziale Bedeutung der Tagespflege. Sie sei weit mehr als eine reine Betreuungsleistung: Sie ermögliche pflegebedürftigen Menschen soziale Kontakte, Gemeinschaft und einen strukturierten Alltag.

Hans Koller hob die große Bedeutung sowohl der ambulanten Pflege als auch der Tagespflege hervor. „Die Pflege zu Hause ist für Angehörige ein enormer Kraftakt. Pflege zu Hause ist ein Bereich, bei dem man Anreize schaffen sollte. Menschen, die diese Verantwortung übernehmen, verdienen unseren größten Respekt und unseren Dank. Angebote wie die Tagespflege sind deshalb eine wichtige Unterstützung – sowohl für die Pflegebedürftigen selbst als auch für ihre Angehörigen.“

Der Austausch machte deutlich, wie wichtig es ist, die Erfahrungen der Pflegeeinrichtungen bei der Ausgestaltung neuer gesetzlicher Regelungen zu berücksichtigen. Ziel müsse es sein, die ambulante Versorgung und die Tagespflege langfristig zu sichern und sowohl Pflegebedürftige als auch ihre Angehörigen und die Beschäftigten in der Pflege zu entlasten.