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Hans Koller

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A94, A3 und A92: Wie geht es auf Niederbayerns größten Baustellen weiter?

Afham. Kaum ein Infrastrukturprojekt beschäftigt die Menschen in Niederbayern so lange wie der Ausbau der A94. Für viele Verkehrsteilnehmer ist sie Hoffnungsträger für eine bessere Anbindung der Region, gleichzeitig aber auch Sinnbild dafür, wie langwierig Planungs- und Genehmigungsverfahren in Deutschland sein können. Wie der aktuelle Stand bei den wichtigsten Autobahnprojekten in Niederbayern aussieht, darüber informierten sich der Bundestagsabgeordnete Hans Koller, der Landtagsabgeordnete Stefan Meyer sowie die Bezirksrätin Cornelia Wasner-Sommer bei einem Informationsgespräch mit der Autobahn GmbH in Afham.

Empfangen wurden die politischen Vertreter von Stefan Pritscher und Helmut Maier von der Außenstelle Deggendorf der Autobahn GmbH. Nach einer Vorstellung der Organisation und ihrer Zuständigkeiten richtete sich der Blick unmittelbar auf das Projekt, das die Region seit Jahren begleitet: den Lückenschluss der A94.

Stefan Pritscher erläuterte den aktuellen Stand für den Abschnitt zwischen Marktl und Simbach-West. „Für diesen Bereich liegt derzeit noch kein Baurecht vor. Wir gehen aber davon aus, dass wir dieses im kommenden Jahr erhalten. Sobald die Genehmigung vorliegt, wollen wir so schnell wie möglich mit den Bauarbeiten beginnen“, sagte er. Für die Umsetzung dieses Teilstücks werde derzeit mit einer Bauzeit von rund zehn Jahren gerechnet. Damit rückte insbesondere die Frage in den Mittelpunkt, wann die letzten planungsrechtlichen Voraussetzungen geschaffen werden können und wie der weitere Zeitplan aussieht.

Erfreulicher falle dagegen der Blick auf den Abschnitt bei Pocking aus. Dort schreiten die Arbeiten nach Angaben der Autobahn GmbH planmäßig voran. „Nach aktuellem Stand ist die Fertigstellung für das Jahr 2027 vorgesehen“, erklärte Pritscher. Mit jedem fertiggestellten Bauabschnitt wachse die Verkehrsanbindung der Region weiter und der Lückenschluss der A94 rücke Schritt für Schritt näher.

MdB Hans Koller verband den aktuellen Sachstand mit einer persönlichen Erinnerung. „Ich weiß noch genau, wie ich als kleiner Junge mit dem Fahrrad über den Abschnitt der A3 gefahren bin“, sagte der Bundestagsabgeordnete. „Wenn man heute sieht, mit welchem Tempo an der A3, der A92 und der A94 gearbeitet wird, zeigt das, dass an den großen Verkehrsachsen in Niederbayern spürbar etwas vorangeht. Das beruhigt uns.“

Gleichzeitig warb Koller für einen realistischen Blick auf die Dimension solcher Infrastrukturvorhaben. „Dass viele Bürgerinnen und Bürger den Eindruck haben, solche Projekte dauerten zu lange, kann ich gut nachvollziehen. Aber wir sprechen hier nicht über einen Feldweg. Hinter jedem Kilometer Autobahn stehen aufwendige Planungs-, Genehmigungs- und Umweltverfahren. Entscheidend ist, dass wir die begonnenen Projekte jetzt konsequent weiterführen und keine neuen Verzögerungen entstehen.“

Neben der A94 informierten die Vertreter der Autobahn GmbH auch über weitere Großprojekte in Niederbayern. Auf der A92 steht zwischen Landshut-West und Dingolfing-Ost die grundhafte Erneuerung der rund 45 Jahre alten Betonfahrbahn an. „Täglich nutzen rund 40.000 Fahrzeuge diesen Abschnitt, darunter etwa 7.000 Lastwagen. Deshalb kommen wir an einer vollständigen Erneuerung der Fahrbahn und mehrerer Brücken nicht vorbei“, erläuterte Pritscher. Die Arbeiten sollen jeweils abschnittsweise erfolgen.

Auch beim Ausbau der A3 berichtete die Autobahn GmbH über den aktuellen Fortschritt. Nachdem die Finanzierung der Maßnahmen in den vergangenen Jahren immer wieder Herausforderungen mit sich gebracht habe, hätten sich die Rahmenbedingungen inzwischen deutlich verbessert. „Heute können wir die Projekte konsequent vorantreiben. Im Vergleich zu anderen Großprojekten in Deutschland kommen wir gut voran“, sagte Pritscher.

MdL Stefan Meyer und Bezirksrätin Cornelia Wasner-Sommer unterstrichen ebenfalls die Bedeutung leistungsfähiger Verkehrswege für Niederbayern. „Wir sind froh über jeden Fortschritt. Eine moderne Verkehrsinfrastruktur liegt im Interesse der gesamten Region und ihrer Bürgerinnen und Bürger“, betonte die stellvertretene Landrätin.

Zum Abschluss zog Hans Koller ein positives Fazit des Austauschs. „Gerade bei Infrastrukturprojekten dieser Größenordnung ist der direkte Austausch mit den Verantwortlichen unverzichtbar. Nur wenn wir den aktuellen Sachstand kennen und die Herausforderungen verstehen, können wir die Menschen vor Ort transparent informieren und die Interessen unserer Region in Berlin wirksam vertreten.“