Witzmannsberg. Bürgermeister sein – und gleichzeitig einen eigenen Handwerksbetrieb führen. Für Anton Käser ist genau das seit seiner Wahl Alltag. Beim Antrittsbesuch des Bundestagsabgeordneten Hans Koller wurde schnell deutlich, welche Herausforderungen damit einhergehen. Zwischen laufenden Infrastrukturprojekten, steigenden Kosten und großen Zukunftsvorhaben ging es vor allem um die Frage, wie kleine Gemeinden ihre Entwicklung auch künftig erfolgreich gestalten können.
Für Anton Käser ist das Bürgermeisteramt Neuland. Parallel zu seinem kommunalpolitischen Engagement führt er weiterhin seinen eigenen Betrieb als selbstständiger Kehrmeister. „Ich bin im Moment im Findungsprozess. Dadurch, dass ich weiterhin selbstständig arbeite, gehört Flexibilität natürlich dazu –trotzdem ist das eine große Herausforderung.“ Gerade deshalb sei ihm der enge Austausch mit den politischen Ebenen besonders wichtig. „Es ist superwichtig für mich, für uns und für die Bürger, dass wir einen guten Ansprechpartner auf Bundesebene haben.“
Im Gespräch stellt Neubürgermeister Käser zahlreiche Projekte vor, die die Gemeinde derzeit beschäftigen. So erhält Witzmannsberg eine Förderung für den flächendeckenden Glasfaserausbau, sodass die Anschlüsse für die Bürgerinnen und Bürger kostenlos erfolgen können. Hinzu kommen größere Investitionen wie die Sanierung des Hochwasserrückhaltebeckens oder die Diskussion um ein neues Feuerwehrfahrzeug, dessen Beschaffung bereits jetzt vorbereitet werden muss, obwohl eine Auslieferung erst für das Jahr 2030 vorgesehen ist.
Trotz dieser Vielzahl an Vorhaben sieht Käser die Gemeinde grundsätzlich solide aufgestellt. Gleichzeitig machte er deutlich, dass steigende Kosten den finanziellen Spielraum zunehmend einschränken. „Finanziell sind wir grundsätzlich handlungsfähig. Trotzdem müssen wir genau schauen, wofür wir unser Geld ausgeben. Die steigenden Ausgaben und Personalkosten beschäftigen uns natürlich ebenso.“
MdB Hans Koller zeigte Verständnis für diese Situation und verwies auf die besonderen Herausforderungen kleiner Kommunen. „Für die kleinen Kommunen ist das natürlich herausfordernd. Einerseits musst du viele Aufgaben erfüllen, andererseits bist du auch abhängig von dem, was du vor Ort hast – vom kleinen Betrieb bis hin zum Mittelstand.“ Umso wichtiger sei es, den Gemeinden verlässliche Rahmenbedingungen zu geben und sie bei ihren Zukunftsprojekten bestmöglich zu unterstützen.
Auch die Zusammenarbeit zwischen Kommunen und den zuständigen Behörden war Thema des Gesprächs. Gerade bei größeren Infrastrukturmaßnahmen wünsche sich die Gemeinde eine frühzeitigere Einbindung in Planungsprozesse. MdB Koller betonte, dass genau solche Rückmeldungen aus der kommunalen Praxis wichtig seien. „Nur wenn wir wissen, wo die Herausforderungen vor Ort liegen, können wir sie auch in Berlin ansprechen und Verbesserungen erreichen.“
Zum Abschluss des Antrittsbesuchs sicherte der Bundestagsabgeordnete dem neuen Bürgermeister seine Unterstützung zu. „Von meiner Seite aus gilt jederzeit: ein kurzer Weg, ein kurzer Draht und ein offenes Ohr.“ Gerade für ehrenamtliche Bürgermeister sei es wichtig, unkomplizierte Ansprechpartner zu haben. „Genau dafür sind solche Gespräche da. Die Kommunen kennen ihre Herausforderungen am besten – und ich möchte ihre Anliegen mit nach Berlin nehmen.“